Die Sage vom Benrather oder Marjeter Geist

Die Heimat des Marjeter Geistes ist der Benrather Hof, der fast 800 Jahre lang Probstei der Abtei St. Matthias war. Im Jahre 1802 mussten die Mönche den Hof verlassen und ihr alter getreuer Knecht, der Kret Kläs, konnte das Unrecht, das seinen Herren zuteilwurde, nicht verkraften. Als er einige Zeit darauf starb, fand sein Geist keine Ruhe. Dieser kehrte nach Benrath zurück und erschreckte die Herrschaften und das Gesinde mit allerlei Unfug. So fehlte plötzlich die Leiter, über welche der Knecht in den Heustall gestiegen war, Schemel, auf die man sich setzen wollte, wurden weggezogen oder glühende Zungen fuhren durch das Abflussrohr in der Küche. Die Benrather verärgerte dies sehr; sie fingen den Geist ein, sperrten ihn in ein Fass, luden ihn auf ein Pferdegespann und fuhren mit ihm bergab nach Hentern zur Ruwer an die Jägermühle. Doch hier zeigte der Geist noch einmal seine Stärke und hielt das Fuhrwerk auf der Stelle an. Sechs Pferde und vier Ochsen wurden aus Hentern herbeigeschafft, die mit aller Kraft an dem Fuhrwerk zogen, bis dies schließlich auseinanderbrach, wobei das Fass zerschellte und der Geist seine Freiheit wiedererhielt. Seit dieser Zeit treibt er irgendwo in diesen Wäldern zwischen Benrath und Hentern sein Unwesen.

(Quelle: "Lampaden im Rückblick" eine Ortschronik von Hans Muth)