Die Sage vom verschollenen Weinfass

Eine der „Urmütter“ Lampadens, das Braueler Marechen, wir hörten bereits in der Flurnamensage von ihr, hatte zu jener Zeit, nach dem Grauen des Dreißigjährigen Krieges, auf ihrem Grundstück, dem Braueler Flur, ein Holz fass mit einem Fuder Wein als Inhalt vergraben, um es vor den plündernden Soldaten zu schützen. Bald geriet das Fass in Vergessenheit; die Folgen des Krieges brachten andere Gedanken auf, und als das Braueler Marechen starb, sprach niemand mehr davon. Doch irgendjemand muss von der Existenz des Fasses gewusst haben, denn bald erzählte man sich von dem Fass, nur konnte niemand sagen, wo es vergraben lag. So vergingen die Jahre und bald tauchten wieder Gerüchte um das Fuder Wein auf. Die Sage erzählt nun, dass infolge der langen Liegezeit das Holz des Fasses vermoderte, sich jedoch um den Wein ein Haus gebildet hatte, so dass der Wein immer noch vorhanden sei. Viel wurde schon im Braueler Flur gegraben und Gerüchte gehen herum, dass auch heute noch, des Nachts, dunkle Gestalten, mit Schaufel und Hacke bewaffnet, auf der Suche nach dem verschollenen Fuder Wein sein sollen. Doch so viel auch gegraben wurde, niemand hat bis heute den Wein gefunden. Kein Wunder, wer weiß schon, an welcher Stelle das Braueler Marechen wohnte und dessen Haus stand. So wird die Suche auch in Zukunft weitergehen müssen, aber ob man das Fuder Wein findet, das steht in den Sternen.

(Quelle: "Lampaden im Rückblick" eine Ortschronik von Hans Muth)