Die Flurnamensage

Die Geschlossenheit der Ortschaften, wie sie heutzutage bei allen ländlichen Gemeinden zu finden ist, gab es in früherer Zeit noch nicht. Vielmehr bestanden diese Lebensräume aus Gehöften und Gehöftgruppen. So war es auch in Lampaden anfangs des 17. Jahrhunderts, als der dreißigjährige Krieg auch unsere Ortschaft einholte und Schrecken und Elend mit sich brachte. Hinzu kam die Pest, die wahllos um sich griff und zahlreiche Todesopfer forderte. Während eine große Anzahl der Menschen an den Auswirkungen von Krieg und Pest starben, flüchteten andere wiederum in die Wälder, um dieser schrecklichen Krankheit zu entgehen. Bald waren alle Gehöfte zerstört, die Trümmer verwitterten und waren schnell überwuchert. Nun berichtet die Sage, dass es in Lampaden vier Gehöfte gegeben hat, die von den Folgen des Krieges zwar nicht verschont wurden, jedoch deren Bewohner die Schrecken überlebt haben. Dies waren das Braueler Marechen, das Geisemericher Zeychen, das Udermicher Lehnchen und das Reiperter Gretchen. Die vier beschlossen nun, nicht mehr allein zu leben, zumal die Häuser zerstört waren und jede hätte für sich alleine leben müssen. Versprengte Soldaten, die ebenfalls den Wirren des Krieges entgangen waren, blieben bei den Mädchen und heirateten diese. Gemeinsam verließen sie die ausgestorbenen Gehöfte und siedelten sich abseits davon an; vier Häuser waren es, die hier, wo heute Lampaden steht, entstanden. Man spricht nun von den vier Mädchen, dass sie die Urmütter Lampadens seien. Richtiger wäre vielleicht, dass mittels ihrer Hilfe Lampaden wie „Phoenix aus der Asche“ neu entstanden ist. Die ursprünglichen Häuser, die auf den Fluren Brauel, Geisemerich, Udermich und Reipert standen, sind lange verschwunden, lediglich die Flurnamen künden heute noch von ihrer ehemaligen Existenz.

(Quelle: "Lampaden im Rückblick" eine Ortschronik von Hans Muth)